Werkjahrbeiträge
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Die Idee zur Mundartnacht entstand anlässlich des Finals der German International Poetry Slam Meisterschaften im Herbst 2002 in Bern, als Freund Thomas Bissegger bemerkte: Wenn es so etwas gäbe mit Slamern, die auf Mundart sprächen, würde er auch mitmachen. Ein gutes halbes Jahr darauf startete die erste Mundartnacht in der Kulturfabrik Kofmehl. Damals war es noch ungewiss, ob es überhaupt genug Mundart-Poeten gäbe, mit denen man ein ganzes Programm füllen könnte. Seither ist die Suche nach immer neuen Mundartisten nicht etwa schwieriger geworden, sondern ganz im Gegenteil leichter. Es gibt heute mehr Künstlerinnen und Künstler, die mit Mundarttexten auftreten, als vor zehn Jahren.

An der Mundartnacht «gägäWärt» in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn treten jährlich im Mai Wortakrobaten mit allerlei Dialekten auf. gägäWärt-typisch ist die Begegnung von verschiedenen Kleinkunstsparten. Immer geht es um Kunst mit dem Mund, denn was sonst heisst MundArt?

Der Name «gägäWärt» ist mir eines Nachts in einer Schlafpause zugeflogen; er kombiniert «Gegenwart» bzw. «Gegenwert» mit dem vor allem in den Schweizer Mundarten so hübschen Umlaut «ä». Dass die Mundartnacht in Solothurn stattfinden soll, war fast von Anfang an klar. Bei der ersten Kontaktnahme erwies sich Pipo Kofmehl als begeisterter Fan der gesprochenen Kunst. Auch Vrony Jäggi, die Leiterin der Solothurner Literaturtage, zeigte sich angetan von der Idee. Vom ersten Jahr an war die Mundartnacht ein Teil des inoffiziellen Programms der Literaturtage.

Seit 2005 überträgt Radio DRS die Mundartnacht im Rahmen des Spasspartout. Im Winter 2008 erhielt sie ein kleines Schwesterchen: Gemeinsam mit Radio DRS entstanden die «Mundartlektionen», eine Live-Übertragung mit sechs Künstlern aus verschiedenen Sparten. Letztes Jahr hat der Basler Merian Verlag eine CD mit einem Querschnitt durch das gägäWärt-Programm der letzten Jahre veröffentlicht. Auch der Zulauf des Publikums und das jeweilige Medienecho zeugen von der Wertschätzung der Mundartnacht. Sie ist der wahre Gegenwert für gägäWärt.
Parallel zur Geschichte von gägäWärt erfolgte der Aufbau einer Kleinkunstsparte in der Kulturfabrik Kofmehl. Heute ist die Kulturfabrik eine bedeutende Veranstalterin von Kleinkunst in der Region Solothurn. Der Kulturfabrik ist es gelungen, die Kleinkünstler – Liedermacher, Kabarettisten, Zauberkünstler, Autoren, Tänzerinnen usw. – und das Publikum zusammenzubringen, zum Beispiel auch am Kleinkunsttag in der Altjahrswoche. gägäWärt und die Kleinkunst könnten nicht bestehen ohne die Hilfe der Kofmehl-Crew, erst unter der Führung von Marc Leutenegger, dann von Chrigu Stuber. Ihnen und der gesamten Kofmehl-Mannschaft gebührt grosser Dank.

Pascal Frey
Kulturvermittler
Geboren am 18. Oktober 1967 in Luzern
Aufgewachsen in Schönenwerd
Bürger von Wangen bei Olten
Lebt in Solothurn
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